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das mädchen mit den roten schuhen - eine kurzgeschichte [not finished yet]

Rote Schuhe tanzen, während der schwarze Rock schwingt.

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Das war alles, was sie an diesem Abend wollte – Spaß haben. Einfach Spaß.

Nach einigen Gläsern Alkohol war es ihr sogar gelungen, die lästigen Gedanken aus ihrem Kopf zu verdrängen, die sonst mit Vorliebe darin herumschwirrten. Jetzt dachte sie nicht mal mehr darüber nach, was sie sagte. Es kam einfach aus ihrem Mund – nein, es schrie aus ihr heraus. Aber weil es so voll war und die Musik so laut, hörte sie niemand. Sie musste nicht aufpassen. Nicht darauf achten, was sie da gerade von sich gab.

Es war ein schönes Gefühl, nicht aufpassen zu müssen, was sie sagte.

Wunderschön. So, wie sie immer sein wollte.

Unüberlegt, spontan – und frei.

Sie sang alle Lieder mit, die sie kannte, oder von denen sie meinte, sie zu kennen.

Sie tanzte wild, was sie sich unter anderen Umständen niemals getraut hätte. Aber in diesem Zustand, diesem wunderbaren Zustand, konnte sie einfach sie selbst sein. Es war ihr egal, was die anderen von ihr dachten. Es war ihr egal, was dieser Mann da drüben über sie dachte, der sie unentwegt ansah. Wäre sie nüchtern gewesen, wäre sie still geworden und hätte versucht, sich keinen Zentimeter zu bewegen. Ab und zu hätte sie den Kopf zur Seite gedreht um zu sehen, ob er sie immer noch ansah. Hätten sich dann ihre Blicke getroffen, wäre sie rot geworden – und geflüchtet.

Jetzt aber tanzte sie, und es sah sogar gut aus.

Genauso wie der Mann, der sie immer noch ansah. Er war wirklich hübsch, wenn man das Wort hübsch überhaupt bei Männern benutzte. Aber das war ihr im Moment sowas von egal. Er war einfach ihr Typ.

Aber im Moment wollte sie auch einfach nur tanzen.

Irgendwann konnte sie nicht mehr.

An der Haltestelle war sie die einzige Person. Sie lehnte sich innen gegen das Häuschen und wartete. Es war dunkel. Es war dunkel und von rechts kamen Schritte. Sie sah nach draußen. Da war er wieder. Er hatte sie die ganze Zeit angesehen, und nun traf sie ihn an der Haltestelle.

Allein.

Allein. Ein Wort, das sie ganz und gar nicht mochte. Es strahlte genauso viel Hilflosigkeit aus, wie es für sie auch Angst ausstrahlte. Allein. Und das auch noch im Dunkeln.

Aber irgendwie war sie so ruhig. Ihr wurde gar nicht warm und sie hatte auch nicht das Gefühl, ihr Kopf würde wie eine überdimensionale Tomate in die Nacht leuchten. So ruhig war sie in Gegenwart eines hübschen Menschen noch nie gewesen. Und so ruhig war sie auch noch nie im Dunkeln gewesen. Es schien komisch, aber sie kümmerte sich nicht um dieses Gefühl. Komisch. Dieses Wort schien sie im Moment nicht zu kennen.

Sie sah im entgegen. Er erwiderte ihren Blick und lächelte. Lächelte ihr zu! Sie konnte es kaum glauben. Das war ihr noch nie passiert. Das ein Mann sie anlächelte. Es fühlte sich toll an. Ihr Bauch begann zu kribbeln. Und das bloß aufgrund eines Lächelns. Was würde ihr Bauch tun, falls etwas anderes heute noch passieren sollte...? Explodieren? Hoffentlich nicht.

29.6.07 17:13
 


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